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Zeit zum Handeln bevor die Eurokrise weiter eskaliert !

Die Klippe des drohenden griechischen Staatsbankrottes haben wir noch nicht umschifft. Mit einem privaten Schuldenverzicht plus Notgesetz zur Zwangsumschuldung wurde zunächst eine Insolvenz in letzter Minute verhindert. Als wäre nichts passiert, lief auch die Auszahlung der gefürchteten Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) reibungslos ab. Doch dieser Eindruck täuscht. Die politisch Verantwortlichen in Europa haben es mit nie da gewesener Konsequenz geschafft, die erste Zahlungsunfähigkeit eines Euro-Mitglieds vorläufig zu verhindern. De facto war Griechenland zum 20. März aber insolvent – die Zwangsumschuldung verschiebt nun alle anstehenden Fälligkeiten auf bis zu 30 Jahre. Insgesamt konnten 177 Milliarden griechischer Anleihen in einer Woche (zwangs-) umgetauscht und in 24 neue Anleihen unterschiedlicher Bonität und Laufzeit gewandelt werden. Die Gläubiger haben das Nachsehen: Unter dem Strich verlieren sie – vergleichbar mit der Argentinien- Pleite vor zehn Jahren – ca. 80 Prozent des ursprünglichen Nominalwertes, denn auch die neu begebenen Anleihen stehen bereits wieder unter Kursdruck.
Die Eurozone erkaufte sich mit diesem harten Schnitt die dringend benötigte Zeit, um die schwelenden Ungleichgewichte und Strukturprobleme der Peripheriestaaten in den Griff zu bekommen. Deren staatliche Refinanzierung sichert weiterhin die EZB, die unter Draghi dem USVorbild Fed mit „Quantitative Easing“ nacheifert. Allerdings kauft sie die unplazierbaren Anleihen der Wackelkandidaten nicht mehr selbst, sondern versorgt die nationalen Zentralbanken mit billigem Geld – bisher insgesamt 1 Billion Euro zu 1 Prozent, damit die Treasury- Auktionen ausreichend Nachfrage finden. Dieses Prinzip der Finanzierung über die Druckerpresse läuft so lange gut, wie die EZB rechtlich und bilanziell in der Lage ist, mehr Geld in den Umlauf zu bringen. Währenddessen sind die EU-Politiker aufgerufen, die fiskalpolitischen Weichen für die Zukunft zu stellen. Allerdings fängt es in den südlichen Schuldnerländern schon wieder an zu kriseln. Die öffentlich verkündeten Sparpläne finden in der Bevölkerung der größten Schuldnerländer Italien und Spanien wenig Anklang. In Griechenland spitzt sich die Situation erneut dramatisch zu und die Bevölkerung stärkt in Wahlen die extremen Parteien die sich nicht mehr an die getroffenen Vereinbarungen zur Haushaltskonsolidierung halten wollen. Niemand versteht so recht, warum das große Rad der automatischen Wohlstandsmehrung à la Euro nun zurückgedreht werden soll. Zu schön war die „Party auf Pump“ des vergangenen Jahrzehnts.
Kaum beachtet von der Presse entsteht im Hintergrund ein viel größeres Problem. Durch die Hereinnahme günstiger EZB-Kredite und der Investition in eigene Staatsanleihen erzielen die Banken der Euro-Staaten zwar augenscheinlich schöne Gewinne, denn die Zinsdifferenz läuft direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Abschreibungsrisiken wachsen allerdings viel stärker, denn die zu 100 Prozent gezeichneten Staatsanleihen notieren an den Börsen schon kurz nach der Ausgabe unter Pari und haben i. d. R. eine längere Laufzeit als der Finanzierungstender. Die „Dicke Berta“, wie die riesigen Geldspritzen der EZB in Anlehnung an ein Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg genannt werden, wird diese Taktrate beibehalten müssen, um die Finanzierung der Staaten zu gewährleisten. Private Anleger haben gelernt und suchen solvente Schuldner eher im privatwirtschaftlichen Bereich. Unter dem Strich sollte den Verantwortlichen langsam bewusst werden, dass die EZB-Salden von der Euro-Gemeinschaft zu tragen sind und die nun geschaffene Geldmenge negative Langfristwirkungen im Wirtschaftsraum Europa entfachen wird. Aus dem Blick geraten sind zudem die enormen Abschreibungen, die durch Staatsanleihenverluste entstanden sind (bislang: ca. 400 Mrd. Euro), welche zu großen steuerlichen Verlustvorträgen in den Büchern der Anleger führen. Somit wird das Steueraufkommen aus Finanzgeschäften auf privater Seite sowie das Körperschaftsaufkommen bei Finanzakteuren und Banken in den nächsten Jahren eher zurückgehen. Mit welchen Einnahmen werden die angeschlagenen Staaten ihre Haushalte dann konsolidieren, wenn durch die Einsparungen weder die nötigen Wachstumsraten noch die daraus folgenden Steuereinnahmen generiert werden können? Des Weiteren wäre es wichtig, europäische Kontrolleure einzusetzen, anstatt sich auf bloße politische Ankündigungen zu verlassen. Der Koloss Europa muss mittelfristig steuerbar bleiben, denn die Unzufriedenheit der Eurozone-Nettozahler wächst – egal, wie die Wahl der Mittel in Zukunft auch aussehen wird.
Sollte sich eine nachlassende Dynamik in der zunehmenden fiskalischen Kooperation der Eurostaaten abzeichnen oder gar weitere Negativnachrichten aus den Krisenstaaten folgen, kann die Unsicherheit schnell weiter eskalieren und für deutliche Turbulenzen an den Kapitalmärkten sorgen. Über kurz oder lang dürfte die Sorge über die weitere Entwicklung der bekannten Krisenherde – neben der Staatsschuldenproblematik sind auch die politischen Unwägbarkeiten im Nahen Osten nicht zu vergessen – zumindest zeitweise wieder die Oberhand gewinnen und für stärkere Schwankungen an den Kapitalmärkten sorgen. Es ist kaum prognostizierbar, wohin eine Wiederentdeckung der Risiken die Entwicklung der Eurozone tatsächlich treiben wird. Nach wie vor birgt der starke politische Einfluss auf die Märkte somit nicht nur Chancen, sondern insbesondere auch kaum vorhersagbare Risiken. Die Jahre seit 2007 dokumentieren deutlich, wie schnell Märkte Unwägbarkeiten in Kursdynamik umsetzen können. Die jüngsten Entwicklungen bestärken uns in der Fokussierung unseres Investment-Ansatzes auf die beiden tragenden Säulen des Multi-Asset-Gedankens sowie der prognoseunabhängigen taktischen Steuerung von Anlagequoten. Durch die Streuung des Gesamtkapitals auf viele unterschiedliche Anlageklassen kann von unerwarteten Entwicklungen in einzelnen Segmenten partizipiert werden. Zudem gelingt es, durch die prozyklische Steuerung einzelner Komponenten innerhalb einer Anlageklasse das Risiko zwischenzeitlicher Kursverluste deutlich zu reduzieren.
Eine Veranlagung ohne Risiken ist schwer möglich. Selbst bei einer Veranlagung im Sparbereich trägt der Anleger beispielsweise das Risiko der laufenden Geldentwertung durch die Teuerung.
Jetzt gilt es die persönliche Veranlagungsstrategie auf den Prüfstand zu heben:
Risiken kalkulieren
Euro-Eskalation und politisches Chaos, China-Inflation und eine wirtschaftliche Entwicklung in Europa die sich nicht stabilisiert. Das Portfolio muss vor allem eins sein: stabil und mit möglichst geringem Risiko.
Chancen nutzen
Jede Krise liefert auch eine Chance. Die sollte man nutzen. Wenn der Euro schwächelt, dann nutzt das durchaus den europäischen Exportunternehmen. Wenn der Aufstieg der Schwellenländer immer offensichtlicher wird, dann sollte man dabei sein.
Rendite wagen
Wenn es in der Wirtschaft und an der Börse gut läuft, dann sollte man dabei sein. Aber nicht um jeden Preis, zumal sich die Lage schnell wieder ändern kann.
Wie sieht es jedoch mit Ihrem Depot aus? Ist dieses für die Herausforderungen 2012 gerüstet?
Fragen wie die folgenden sind hierbei auf jeden Fall zu beachten.
Haben Sie Ihr Depot schon an die geänderte Steuersituation angepasst? Ist Ihre Anlagestrategie auf Ihre Ziele und Risikoneigung abgestimmt? Sind Sie sich sicher, dass Ihre derzeitige Veranlagungsstrategie noch zu ihren persönlichen Zielen passt?
Wenn Sie die oben genannten Fragen nicht mit einem klarem „JA“ beantworten können, sollten Sie unseren bewährten kostenlosen Depot-Check in Erwägung ziehen.
Die Vermögensmanager der Ärztebank analysieren Ihr Depot – auch wenn sie kein Kunde der Ärztebank sind- und geben Ihnen durch unsere Unabhängigkeit, eine objektive Einschätzung zu Chancen und Risiken.
Damit erhalten Sie Handlungsmöglichkeiten für eine optimierte Struktur und im Falle eines umfassenden Beratungsgesprächs die Sicherheit, dass diese auch an Ihre persönliche Situation angepasst ist.
So einfach funktioniert es:
- Vereinbaren Sie gleich einen Termin mit Ihrem Vermögensmanager – nach vorheriger Terminvereinbarung auch gerne außerhalb der Öffnungszeiten.
- Bringen Sie Ihre aktuellen Depotauszüge (auch einer anderen Bank) mit, diese werden von uns natürlich streng vertraulich behandelt.
- Die Analyse-Ergebnisse erhalten Sie in schriftlicher Form, quasi als unverbindliches Gutachten.
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Unsere Vermögensmanager freuen sich auf ein Gespräch mit Ihnen und stehen Ihnen nach Absprache auch außerhalb der üblichen Banköffnungszeiten zur Verfügung.
Nach dem Absenden Ihrer Eingaben wird Ihnen eine Kopie dieser Nachricht an die oben angegebene E-Mailadresse zugestellt.
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Captcha ist eine Sicherheitsfunktion auf unseren Webseiten, um das automatisierte Registrieren oder Absenden von Formularen durch schädliche Computerprogramme zu vermeiden.
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Stand: 25.05.2012