Fremdwährungskredite - und wie geht es weiter?
Variable Fremdwährungskredite eignen sich nur für Finanzprofis, die auch den Zinsmarkt und die Entwicklung der Währung laufend beobachten. Die meisten privaten Kreditnehmer verpassen den Zug. Sprich, sie werden vom Zinsanstieg überrascht und/oder stellen spätestens am Laufzeitende fest, dass der Wechselkurs sich verteuert hat und zahlen dann im Vergleich zu einem Euro-Kredit mit Zinsabsicherung deutlich drauf.
Der Schweizer Franken (CHF) und sein Wechselkurs zum Euro hat ein wenig überraschend seine Kursentwicklung verändert. Nachdem der Euro/CHF Kurs in den letzten 2 Jahren von über 1,60 auf 1,30 gefallen war, fand in den letzten Tagen eine kräftige Gegenreaktion statt. In deren Verlauf kletterte der Devisenkurs am 27.7.2010 wieder auf über 1,37.
Aktuell wird der Frankenkurs offensichtlich nicht in erster Linie von Angst getrieben. Sein Status als sicherer Hafen wird weniger wertgeschätzt. Davon kann die europäische Gemeinschaftswährung profitieren, welche jedoch weiterhin aufgrund der Probleme in Griechenland und Spanien als krisenanfällig gilt.
Der Devisenexperte einer Schweizer Großbank hat jüngst ein Euro/CHF Kursniveau bis 1,25 als möglich eingeschätzt. Seit Jahresbeginn ist der Euro/CHF Kurs von 1,4890 vor der Gegenbewegung bis auf ein Tief von 1,307 gefallen. Dies entspricht einer prozentualen Eurokurs-Abwertung und Frankenkurs-Aufwertung von 12,2 Prozent.
Für viele Fremdwährungskreditnehmer bedeutet diese Entwicklung einen Anstieg der Verschuldung in Euro seit Jahresanfang um 12,2% und damit je nach Einstiegskurs unter Umständen erhebliche Sonderzahlungen, die auf den im Euro-Gegenwert angestiegenen Kredit zu leisten sind.
Jetzt gilt es Planungssicherheit zu schaffen. Beispielsweise ein Ausstiegsszenario mit einer Währungsabsicherung vorzunehmen und die historisch günstigen Euro-Zinsen mit einer Zinsabsicherung zu nutzen. Ihr Ärztebank-Berater informiert Sie gerne über Ihre vielfältigen Möglichkeiten und wird die für Sie maßgeschneiderte Lösung empfehlen.